Mastschweine leben etwa ein halbes Jahr. 100 kg bringt ein Mastschwein nach dieser Zeit im Durchschnitt auf die Waage. Ein Leben im Stall, mit "Spaltenboden", ohne Heu und Stroh. Spaltenböden sind nebeneinander angebrachte Bretter, die Urin und Kot des Tieres durchlassen und abfließen lassen sollen. Klauen, Zehen und Gelenke werden in dieser Intensivmast auf das Höchste beansprucht und erkranken und entzünden sich nach kürzester Zeit. Nichtbeschäftigung und fehlende Abwechslung ist allerdings das wesentlich schlimmere Problem. In der Natur der Schweine steht schon seit der Umwandlung vom Wild- zum Hausschwein die Futtersuche primär im Vordergrund. Sie dient als Hauptbeschäftigung und füllt den Tag zu 70 % aus. Das Schaufeln oder Graben nach Wurzeln oder im Heu bringen viele Stunden Beschäftigung und somit Ausgeglichenheit.

Kannibalismus entsteht in der engen Mast. Schwänze, Ohren werden abgebissen, Fleischwunden im Körperbereich sowie Knochenbrüche durch enge Buchten stehen auf der Tagesordnung. Gegen das Abfressen der Schwänze wird in fast allen Ställen das Kupieren angewandt. Der Schwanz wird bis auf einen kleinen Stumpen abgetrennt. Natürlich oft genug ohne Narkose oder schmerzlindernde Mittel. Denn diese kosten Geld und würden bei der hohen Zahl an Tieren, die normalerweise in der Mast gehalten werden, den Gewinn am Tier beträchtlich schmälern. Das Schwein als Produktionsmittel muss also kalkulierbar bleiben.
Eine zwar aufwändigere, aber tiergerechtere Alternative ist es, den Tieren Stroh und Heu anzubieten. Es muss soviel Einstreu im Stall vorhanden sein, dass die Tiere darin wühlen und sich ausgiebig damit beschäftigen können. Eine Methode, die von den Bio-Verbänden erfolgreich angewendet wird.

Bei männlichen Ferkeln (Ebern) beginnt nach kurzer Zeit der so genannte Ebergeruch. Sie müssen sich einer schmerzhaften Kastration unterziehen, die bis zu zum Alter von einem Monat ohne Narkose erfolgen darf. In Norwegen verboten und in Spanien und England nicht praktikabel. Auch unkastrierte Eber haben dort wirtschaftlichen Nutzen und ein artgerechtes Produktionsverhalten.