Vom Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrunderts war der Weidegang die Grundlage für den heutigen Stand in der Schweinemast. Früher wurden die Schweine nach der Ernte auf die Stoppeläcker und Felder getrieben, wodurch auch und beabsichtigt viele Schädlinge gefressen wurden. Als im 19. Jahrhundert dann Intensivackerbau betrieben wurde und wenig Zeit und hoher Ertrag das Ziel war, sind die Bedingungen für eine schnellere Mast geschaffen worden. Letzte Berichte von Schweineherden auf Feldern gibt es aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland .

Schweine nehmen auf der Weide, wie andere Weidetiere auch, Gras und Kräuter auf. So können Altsauen bis zu 18 kg Futter pro Tag aufnehmen. Schweine fressen aber auch Wurzeln, Knollen, Insekten und Regenwürmer, die durch das Umwühlen der Bodendecke aufgespürt werden. Die Grasnarbe wird hier natürlich oft extrem beschädigt. Das Schwein ist ein Allesfresser und bringt auch hier natürliche Vorraussetzungen mit. Im Gegensatzt zu Wiederkäuern besitzt das Schwein nur einen kurzen, einfach gebauten Verdauungsweg. Deshalb sollte die Weide keine sehr stark verholzte Grasnarbe aufweisen. Schweine können diese Rohfasern für sich nicht mehr nutzbar machen.

Ideale Standortbedingungen für die Freilandhaltung sind nach WOHLMUT 1994 (in BREMERMANN 2002): trockene Winter, Sommertemperaturen nicht über 25°C, maximale Jahresniederschläge von 750 mm im Jahr bei möglichst gleichmäßiger Verteilung der Niederschläge sowie leichte, gut wasserdurchlässige Böden. In jedem Fall müssen den Tieren genügend Wasser sowie Suhlen und schattige Plätze zur Verfügung stehen, da sie keine Schweißdrüsen besitzen (Roß 1998 in BREMERMANN 2002). Im Freiland geborene und gehaltene Tiere sind seltener krank und haben ein intaktes Immunsystem

  • Natürliches Licht steigert Vitalität und Resistenz
  • Natürliches Licht hemmt Bakterienwachstum und fördert die Durchblutung
  • Stärkere Abwehrkräfte entstehen durch den Weidegang
  • Atemwegserkrankungen sind im Freiland nicht vorhanden
  • Kein Kannibalismus
  • Bessere Gewichtszunahme bei Mast und Aufzucht
  • Wichtiger Beitrag zur Pflege der Landschaft durch Aufbrechen des Bodens
  • Tierarztkosten halbieren sich gegenüber dem konventionellen Model