Nach heutigem Kenntnisstand dürfte die extensive Freilandhaltung von Schweinen dem Naturschutz zusätzliche Möglichkeiten zum Erhalt von Lebensräumen oder Standortbedingungen bieten, die sonst nur mit kostenintensiver, mechanischer Pflege zu erbringen sind, z.B. wenn es darum geht, die Sukzession auf Ackerbrachen, überalterten Heiden oder aufgegebenen Truppenübungsplätzen partiell auf ein früheres Stadium zurückzuwerfen (vgl. HIMMLER & HÜNERFAUTH 1996).

Die Schweine-Freilandhaltung ist am weitesten in Großbritannien verbreitet. Dort herrschen mit dem milden Klima und geringen Temperaturschwankungen sowohl im Sommer als auch im Winter die günstigsten Voraussetzungen für diese kostengünstige und artgerechte Form der Schweine-Haltung. Der Anteil der "Outdoor-Schweine" auf der Insel liegt schon viele Jahre bei 20 bis 25 %. Andere Länder mit einer starken Verbreitung sind Frankreich mit ca. 10 % und Dänemark mit etwa 7 % Freilandschweinen. (www.a-hytten.de)

Für Pferde oder Rinder ist der Weidegang eine Selbstverständlichkeit und auch unabdingbar geworden. Es ist also nicht verständlich, warum man dem Schwein heutzutage diese Vorzüge oft vorenthält. Die günstige Wirkung der Schweineweide kann durch den gesundheitlichen Zustand der Tiere, aber auch durch die jahreszeitlich bedingten Ernährungsmöglichkeiten als positiv und förderlich bezeichnet werden. Die Rassenzugehörigkeit der Schweine ist für einen Weidegang völlig egal. Jedes Schwein, ob alt oder jung, bringt natürliche Verhaltensmuster mit. Licht, Luft und Bewegung im Freien sind sind immer noch die billigsten Mittel zur Gesunderhaltung der Nutztiere. In Verbindung mit ordentlicher Ernährung ist Wachstum, Abhärtung und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten oder Seuchen doch auch ein ökonomischer Ansatzpunkt für diese Art von Haltung. Der Gesundheitszustand der Schweine ist letztlich wichtig für ihre Mastfähigkeit. Schweineweiden eignen sich besonders zur Regeneration überalterter Bestände.

Links zum Thema:

weideschweine.de

eichelschwein.de

a-hytten.de