Vom 18. Jahrhundert an war England der Mittelpunkt der Schweinezüchtung. Die Engländer importierten aus diesem Grund Bindenschweine aus Asien ( s.vittatus ). Durch den Seehandel konnten Schweine aus Ostasien und dem Mittelmeerraum nach England gebracht und dort mit einheimischen Schweinen gekreuzt werden. Auch in Deutschland gelangte man kurze Zeit später zu dieser Rasse (s.vittatus ) und kreuzte sie und heimischen Landrassen. Seit dem 19. Jahrhundert wurden nun regelmäßig auf ostasiatische Schweinerassen zurückgegriffen und in europäische Rassen eingekreuzt. So entstanden aus asiatischen und europäischen Urformen Züchtungen wie z. B. das Schwäbisch - Hällische Schwein.
In England führte der Wohlstand zu einer steigenden und ständigen Nachfrage von Nahrungsmitteln, vor allem Fleisch bekam eine bedeutende Rolle. So mussten sich Strukturen und Methoden anpassen. Es begannen sich nun in England verschiedene Schweinetypen herauszuschälen, die erst nach dem geographischen Gebiet, also Stadt oder Landstrich, benannt wurden. Erscheinung, Größe und Farbe waren später ausschlaggebend für die Rassenbezeichnung. So wird die häufigst vorkommende und bedeutenste englische Rasse Large White im Ausland oft nach Landstrich seiner Herkunft Yorkshire genannt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Large White Schweine von England auf dem europäischen Festland in lokale Rassen eingekreuzt. Entstanden sind dabei z.B.die Edelschweine.
Dank neuer Zuchttechniken errang die dänische Landrasse eine europaweit führende Position. Im Jahr 1945 beschloss Dänemark, keine Tiere mehr in andere Länder zu exportieren. Aus Schweden wurden nun erfolgreich Schweine exportiert. Die englische Landrasse ist z.B. aus schwedische Schlägen entstanden.