Die Rassen sind Populationen innerhalb einer Tierart, die sich durch entsprechende Erbanlagen in den Leistungen und im äußeren Erscheinungsbild voneinander unterscheiden. Entsprechend den lokalen Bedingungen und den unterschiedlichen Leistungsanforderungen haben sich im Laufe der Zeit differenzierte Rassen herausgebildet. Je nach Stand der Züchtung handelt es sich entweder um einfache, primitive Landschläge oder um Kultur- bzw. Hochzuchtrassen.

Ausgangspunkt der heutigen, bedeutendsten Rassen waren die Hausschweine der Kelten und Germanen. Besonders die Goten, Alemannen, Burgunder und Sachsen galten als gute Züchter. Die Bedeutung der Schweinehaltung nahm nach der Zeitwende zu. Zur Zeit der Karolinger wurden 2 Rassen unterschieden: das schlapp- bzw. großohrige sowie das kurz- bzw. mittelohrige Schwein. Die großohrigen Schweine zeichneten sich durch einen großen Rahmen mit Karpfenrücken, verhältnis-mäßig feine Gliedmaßen und gute Muskelfleischbildung aus. Diese Rasse wurde später auch unter dem Namen Marschschwein bekannt. Dem gegenüber sind die kleinohrigen Schweinerassen von Slawen gezüchtet worden. Diese Tiere waren kürzer und gedrungener mit feinem Fundament. Wie weit dabei Vitatuseinmischungen (Vitatus: asiatische Wildschweinart) vorliegen, ist nicht geklärt.

Bedeutungsvoll waren für die Rassenentwicklung auch die Schweine des Mittelmeerraumes, z.B. die romanischen Rassen, die sich durch gute Mastfähigkeit, Frühreife und Fettwüchsigkeit auszeichneten. Besonders typisch und leistungsfähig waren die neapolitanischen Schweine. Daneben bestand noch die keltiberische Zuchtrichtung, die stärker auf Sus-scrofa-ferus-Einfluss zurückging. Diese Tiere waren kleinwüchsig und hatten kleine Ohren. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich auf Südfrankreich und Südpolen.

 

 

 

 

(entnommen aus: Tierproduktion Schweinezucht / Pfeiffer, 1984)

 

 

zurück weiterweiter