Auch in Kulturhandlungen und Opfergaben spielte das Schwein eine bedeutende Rolle. Im germanischen Kult galt das Schwein als Symbol der Fruchtbarkeit und des Friedens. Im alten Ägypten war es der Gottheit "Seth" geweiht, die als böser Dämon angesehen wurde. Vielfach ist in diesem Lande auch der Glaube damit verbunden worden, die Seelen von Bösewichten zur Strafe in Schweine zu verbannen. Besonders aber in der Mythologie des Altertums wurden Schweine oft mit Gottheiten in Verbindung gebracht. Außer den genannten Nutzungsmöglichkeiten wurde das Schwein im Verlauf der Geschichte in Ausnahmen auch für andere Zwecke verwendet :

In Ägypten und Griechenland nahm man Schweine zum Eintreten von Saatgut in den Acker, wozu sich die spitzen Klauen gut eigneten.

Im Südwesten Frankreichs wurden sie wegen des guten Geruchssinnes und dem Wühlvermögen zur Trüffelsuche abgerichtet.

In England wurde vom 11. bis 15. Jahrhundert das Schwein auch für Jagdzwecke auf Niederwild verwendet. Das geschah allerdings aus Mangel an Jagdhunden, die für das einfache Volk verboten waren, weil die Jagd als königliches Vorrecht galt. In Ausnahmefällen wurden Schweine hier auch als Zugtiere eingesetzt.

Nicht ganz geklärt ist die Ursache des völligen Schweinefleischverzichts für Nahrungszwecke in einigen Ländern. Der Ursprung wird in der Rivalität von Nomaden und sesshafter Bevölkerung vermutet. Da die Nomaden keine Schweine halten konnten, verachteten sie diese Tiere. Hinzu kamen dann noch religiöse Beweggründe. Vielfach wurde das Schwein als unrein betrachtet und daher mit einem Tabu belegt. Die Gefahr von Erkrankungen durch Schweinefleisch als Ursache des Verzichts war nicht hinreichend zu begünden. Für alle Begründungen gibt es Gegenargumente, und es ist erstaunlich, dass derartige Tabus bis zur modernen Gegenwart erhalten blieben.

 

 

 

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